Nepal: Neue Autostraße soll in wenigen Jahren fertig sein

Nepal: Neue Autostraße soll in wenigen Jahren fertig sein

Nepal war auf den Karten der Reiseveranstalter über lange Zeit ein weißer Fleck. Der ostasiatische Binnenstaat, in dem rund 26 Millionen Menschen leben, konnte aufgrund fehlender Verkehrswege nur mit Propellermaschinen oder per Lastesel erreicht werden. Dies soll sich nun ändern: Offenbar plant man die Errichtung einer neuen Autostraße, die mehr Touristen in das geheimnisvolle Land im Himalaya bringen soll. Gleichzeitig soll der Güterverkehr nach und innerhalb Nepals erleichtert werden.

Bislang gibt es in Nepal nur etwa 10.000 Kilometer an asphaltierten Straßen. Hinzu kommen etwa 7.000 Kilometer nicht asphaltierte Verkehrswege, auf denen schnelles Fahren kaum möglich ist. Die einzige Bahnstrecke des Landes ist etwa 59 Kilometer lang und spielt für die Infrastruktur eine untergeordnete Rolle. Ferner gibt es rund 40 regionale Flugplätze, die aufgrund der Landschaftsstruktur schwer anzufliegen sind. Vor allem auf dem Flughafen in Lukla, der in einem engen Tal liegt, kommt es bei Nebel immer wieder zu Unglücksfällen.

Das Bergsteiger-Idol Reinhold Messner sieht den Bau der Straße mit gemischten Gefühlen. In einem Interview mit der deutschen Tageszeitung “Die Zeit” sagte er, es hänge von der Nachhaltigkeit der Planung ab, ob die neue Verkehrsader der Region guttun oder schaden würde. Noch bewege sich die Zahl der jährlichen Touristen im fünfstelligen Bereich. Dass der Tourismus den bedeutendsten Wirtschaftsfaktor in dem bettelarmen Land darstellt, bestreitet aber auch er nicht.

Zerstört die neue Straße die Idylle Nepals?

Die Befürworter des Projekts erwarten sich von der Straße mehr Wohlstand und sinkende Preise. Kritiker befürchten jedoch, dass Touristen eher abgeschreckt würden, da sie vor allem wegen des Naturerlebnisses nach Nepal kämen. Messner gibt zu bedenken, dass man auch in den Alpen darauf gesetzt habe, die Region für Besucher zugänglich zu machen. Heute habe allein Garmisch-Partenkirchen mehr Touristen als ganz Nepal. Im Kali-Gandaki-Tal, einer Region nahe des 8091 Meter hohen Annapurna, habe es durch Straßenbau einen Aufschwung gegeben.

Das Angebot an vorzeigbaren Hotels ist nach wie vor dürftig

Auch wenn die geplante Straße einen wichtigen Schritt in die Zukunft darstellt, bleibt doch ein weiteres, ebenso grundlegendes Problem: In Nepal gibt es nur eine Handvoll Hotels, die westlichem Standard entsprechen. Wer nicht darauf aus ist, die Schönheiten des Landes im Rahmen einer Trekkingtour zu erkunden, sondern sich einfach nur erholen möchte, findet kaum Auswahlmöglichkeiten. Eines der wenigen vorzeigbaren Häuser ist das Begnas Lake Resort, das etwa 14 Kilometer vom Stadtzentrum Pokharas entfernt liegt. Das Dreisternehotel verfügt über einen großen Swimmingpool und komfortabel eingerichtete Zimmer, die je nach Kategorie zwischen 120 und 220 US-Dollar pro Nacht kosten.

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